Die Chromgerbung ist heute das am häufigsten eingesetzte Gerbverfahren. Das Verfahren wurde Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckt, und seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich der Anteil chromgegerbter Leder auf über 80% erhöht. Chrom ist ein Mineralsalz, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Gerbstoff eingesetzt wird. Durch die Chromgerbung wurde in Verbindung mit dem Einsatz von Gerbfässern die Dauer des Gerbprozesses von mehreren Wochen auf 12 bis 18 Stunden reduziert. Chromleder haben nach dem Gerbprozess eine leicht bläuliche Färbung und werden in diesem Zustand als Wetblue bezeichnet. Chromgegerbte Leder werden auch in dieser Form gehandelt. Chromleder sind leichter als vegetabil gegerbte Leder, da der im Leder verbleibende Gerbstoffgehalt sehr viel geringer ist. Chromgegerbte Leder sind weich und haben eine hohe Zugfestigkeit. Das für die Gerbung verwendete Chrom III-Sulfat ist gesundheitlich unbedenklich; die Entstehung von gesundheitsschädlichem Chrom VI-Salz wird heute durch entsprechende Verfahren und eine vegetabile Nachgerbung ausgeschlossen. In der Regel stellen Gerbereien heute ihre Chromflotten nicht mehr selbst her, sondern beziehen diese von der chemischen Industrie. Ein Problem der Chromgerbung ist die Entsorgung der Gerbbrühen, die nach strengen Richtlinien zu erfolgen hat, damit keine Belastung des Grundwassers und der Umwelt entsteht.

Quellenangabe: Vgl. Hegenauer, Fachkunde für Leder verarbeitende Berufe 8. Auflage 2001, S.58 ff

Chromgegerbte Leder haben vor der weiteren Zurichtung eine bläuliche Farbe.
Chromgegerbte Häute vor der Zurichtung