Die Haltbarkeit einer Tasche lässt sich nicht eindeutig definieren. Sie ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z.B. der Häufigkeit der Nutzung, dem Gewicht des Inhalts oder den Umständen, in denen die Tasche getragen wird. Damentaschen werden normalerweise nicht jeden Tag und oft auch nur für eine oder eine zweite Saison getragen. Dies gilt insbesondere, wenn die Tasche sehr modisch ist und die Trägerin gerne ihre Kleidung wie auch die passende Tasche häufig wechselt. Sehr gering ist auch der Anspruch an die Haltbarkeit z.B. bei Abendtaschen, die nur zu bestimmten Anlässen getragen werden und deren Inhalt sehr wenig wiegt.

Businesstaschen dagegen werden täglich und oft viele Jahre lang benutzt. Der Inhalt einer Laptoptasche mit einem Computer und Akten erreicht ein erhebliches Gewicht, das sowohl zu einer wesentlich stärkeren Beanspruchung von Griffen und Tragegurt als auch einer höheren Scheuerbelastung an den Ecken und Kanten führt. Die Beanspruchung ist daher weniger abhängig von der Zeit des Besitzes als von der Häufigkeit und Intensität der Nutzung.

Daher ist die Haltbarkeit abhängig von der Erfahrung des Herstellers und seiner Möglichkeit, die zu erwartende Belastung bei der Entwicklung und Fertigung einer Ledertasche zu berücksichtigen. Dabei spielt das Gewicht eine wichtige Rolle, denn je dicker das Leder und je fester die Verbindungselemente sind, desto höher ist auch das Gewicht. Durch Verwendung von Bodennägeln oder anderen Elementen wie einem Schutz an den Kanten lässt sich die Haltbarkeit verbessern.

Die Reisetasche aus dem 19. Jahrhundert zeigt, dass Ledertaschen auch nach Jahrzehnten noch gut aussehen können und funktionsfähig sind.
Reisetasche aus dem 19. Jahrhundert