Als Schärfen wird die mechanische Verringerung der Lederdicke bezeichnet, um bestimmte Arbeitsgänge zu erleichtern. Dies ist z.B. erforderlich, wenn die Kante eines Taschenteils umgeschlagen bzw. eingeschlagen werden soll. Durch das Schärfen kann die Stärke des Leders in ein oder zwei Stufen so reduziert werden, dass sich auch für die Ausführung des Einschlags eine Führung ergibt. Außerdem darf die Kante des Einschlags nur eine Dicke von 0,6 mm behalten, damit sie nach dem Einschlagen so flach wie möglich anliegt. Der genaue, für die weitere Verarbeitung erforderliche Verlauf der Schärfkante ist nur mit Hilfe einer Maschine und entsprechenden Werkzeugen möglich. Das Leder wird dabei mit einer Walze und variabel einstellbaren Füßen an einem glockenförmigen Messer vorbeigeführt, das die Stärke der Lederkante mit der gewünschten Form des Querschnitts abträgt.

Das früher übliche manuelle Schärfen ergibt einen unregelmäßigen Kantenverlauf und erforderte meist ein nachträgliches Beschneiden der eingeschlagenen Kante. Feste Leder lassen sich relativ einfach schärfen, während bei weicheren Ledertypen wie z.B. Nappaleder die Führung manuelles Geschick erfordert.

Auch wenn Seitenböden an einer bestimmten Stelle umgelegt bzw. gefaltet werden sollen, wird die Stärke des Leders in diesen Bereichen rillenförmig verringert. Dies ist erforderlich, wenn Zwischenwände in der Falte des Seitenbodens eingenäht werden sollen. Auch die Formgebung einer Damentasche lässt sich durch Rillen definieren.

Die Kante eines Lederteiles wird mit Hilfe einer Maschine geschärft.
Schärfen eines Taschenteiles